Wie wird man sein eigener Guru?

meditatingIn Sahaja Yoga ist die eigene Meisterschaft u.a. eng verknüpft mit der wachsenden Fähigkeit die eigenen Vibrationen und die von anderen Menschen, Dingen oder Situationen zu spüren. Vibrationen sind der feinstoffliche Ausdruck für (göttliche) Liebe – spürbar als angenehm kühler Hauch über den Handinnenflächen. Wird die Kundalini erweckt, schenkt sie uns diesen sechsten Sinn der Wahrnehmung. Wir können den Zustand unseres subtilen Systems auf unseren Händen und an unserem Körper wahrnehmen. Dadurch können wir uns selbst diagnostizieren, d.h. herausfinden, wo es Blockaden in unserem subtilen Körper gibt und diese durch ganz leichte Techniken auflösen. Es wird empfohlen, sich zusätzlich zur täglichen Meditation regelmäßig so zu reinigen – dann kann sich das Selbst am besten entfalten. Sahaja Yoga bedeutet aber nicht nur Meditation und Reinigung. Introspektion ist auch ein wichtiger Aspekt. Nach und nach decken wir destruktive Konditionierungen in unserem alltäglichen Leben auf. Diese gilt es zu verändern – nicht nur allein durch Meditation und innere Reinigung, sondern auch durch ganz konkrete Schritte. Der Weg zur Vervollkommnung ist vielschichtig. Wichtig ist auch, nach und nach ein Verständnis zu erwerben für die Qualitäten, die in den Chakras innewohnen. Dieses Verständnis entsteht durch ein Zusammenspiel von Intellekt, Intuition und Erfahrung. Man kann sich Sahaja Yoga-Wissen nicht einfach anlesen.
Die Qualitäten der Chakras sind teilweise eng miteinander verknüpft. Lange habe ich folgendes missverstanden. Im Bestreben, mein eigener Meister zu werden, habe ich mich zwanghaft versucht zu disziplinieren. Doch solange man versucht, sich zu disziplinieren, ist das eine Aktion aus dem rechten Kanal. Sicher, ein gewisses Maß an Disziplin ist im Alltag notwendig und der Weg in die Mitte führt auch immer über den rechten Kanal, dennoch ist das nicht das eigentliche Ziel. Leicht begeht man zudem den Fehler, zu versuchen, sich selbst und den Alltag mit seinen Anforderungen zu beherrschen. Spätestens, wenn man dies auf andere Menschen ausweitet, ist es an der Zeit, zuzugeben, dass man von der eigenen Meisterschaft weit entfernt ist. Die eigene Meisterschaft heißt nämlich so, weil sie sich tatsächlich nur auf einen selbst (und maximal das eigene Haustier) bezieht. Andere Menschen sind im Idealfall auch ihr eigener Meister. Diese Autonomiegrenzen sind die sogenannten Maryadas (universeller Kodex des guten Verhaltens). Beim Nichtbeachten und Überkreuzen dieser Grenzen resultieren mannigfaltige Probleme. Quintessenz: Es genügt nicht, den inneren Schweinehund zu überwinden, um sein eigener Meister zu sein. Entfaltet sich mit regelmäßiger Praxis von Sahaja Yoga das sogenannte Guru-Tattwa, verblassen innerer Schweinehund und Disziplinator zusehends. Mühelos und spontan wird man zu den Dingen oder Verhaltensweisen greifen, die dem Selbst zuträglich sind. Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, dass Menschen nach kurzer Praxis von Sahaja Yoga völlig ohne Anstrengung von destruktiven Gewohnheiten wie Rauchen oder Alkoholkonsum abließen.
Überzeugen Sie sich selbst!
Annika

Share